Die Stimme

Charakteristisch wie ein Fingerabdruck

An der Stimme kann man erkennen, wer spricht. Jeder Mensch hat seine eigene, ganz charakteristische Stimme. Wer sie hört, kann oft von vornherein unterscheiden, ob ein Kind spricht, ein Jugendlicher oder ein älterer Mensch und ob der Gesprächspartner eine Frau oder ein Mann ist.

Erzeugt wird die Stimme vom Kehlkopf, den Lungen und dem Mund- und Rachenraum. Der Kehlkopf enthält die Stimmlippen mit den Stimmbändern. Sie verschließen die Luftröhre bis auf einen kleinen Spalt, die Stimmritze.

  • Beim normalen Atmen sind die Stimmlippen entspannt und die Luft kann ungehindert hindurch strömen.
  • Beim Sprechen werden sie angespannt. Töne entstehen dadurch, dass Luft von der Lunge durch die Stimmritze gepresst wird und die Stimmbänder in Schwingungen versetzt werden. Damit daraus Sprache mit Wörtern und Sätzen wird, sind zusätzlich die Zunge und die Lippen notwendig.

In der Vielfalt der Töne, Klänge und Geräusche übertrifft die menschliche Stimme jedes Musikinstrument. Individuelle Unterschiede ergeben sich aus z.B. durch die Größe des Kehlkopfs oder die Länge und Dicke der Stimmbänder. Je länger sie sind, desto tiefer ist die Stimme. Männer haben einen größeren Kehlkopf und damit längere Stimmlippen und eine tiefere Stimme als Frauen. Eine Kinderstimme klingt wegen der kürzeren Stimmbänder höher. Wenn die Stimmlippen in der Pubertät wachsen, verändert sich die Stimme, was sich vor allem bei Jungen im Stimmbruch bemerkbar macht. Verändern kann sich die Stimme z.B. auch mit der Muskelspannung, seelischer Verfassung oder psychischen Erkrankungen. Freude, Ärger oder Trauer sind hörbar.

Fachärzte für Sprach-, Stimm- und kindliche Hörstörungen

Wenn es durch Erkrankungen, Überanstrengung oder falsche Belastung zu Stimmstörungen kommt, die nicht von selbst verschwinden, ist eine fachärztliche Behandlung notwendig. Erkrankungen und Störungen der Stimme gehören zum Fachgebiet von Fachärzten für Sprach-, Stimm- und kindliche Hörstörungen. Ihre Facharztausbildung gliedert sich in zwei Jahre Weiterbildung in der HNO-Heilkunde plus drei Jahre Spezialisierung auf Sprach-, Stimm- und kindliche Hörstörungen. Bis 2004 galt für diese medizinische Spezialisierung die Bezeichnung „Facharzt für Phoniatrie und Pädaudiologie“.

Phoniatrie und Pädaudiologie basieren auf den Grundlagen zahlreicher unterschiedlicher Fachgebiete. In die Diagnostik und Therapie der Krankheitsbilder fließt neben HNO-Heilkunde u.a. Fachwissen aus der Neurologie, Linguistik, Phonetik, Psychologie, Verhaltenswissenschaften, Pädagogik, Akustik und Kommunikationswissenschaften ein.

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