Überschwellige Audiometrie

Bei der überschwelligen Audiometrie wird die Hörstörung indirekt gemessen. Dabei sind die Hörtests so laut, dass sie der Patient deutlich vernehmen kann.

Normalerweise werden im Innenohr leise Töne verstärkt und laute Töne gedämpft. Die Lautstärken werden also einander angeglichen. Dabei wird der Lautstärkeabstand (Dynamikbereich) zwischen dem leisesten und dem lautesten Ton verkleinert. Das menschliche Gehirn kann nur einen relativ geringen Dynamikbereich verarbeiten. Durch die Kompression des Lautstärkeabstands zwischen dem leisesten und dem lautesten Ton schneidet sich das Innenohr die Töne quasi maßgerecht zu. Dadurch können vom gesunden Hörorgan wesentlich leisere Töne gehört und wesentlich lautere Töne besser ertragen werden.

Wenn das Innenohr die Fähigkeit verliert, leise und laute Töne einander anzugleichen, können leise Töne nicht mehr gehört werden. Laute Töne werden zudem als überlaut empfunden. In diesen Fällen liegt ein Lautheitsausgleich (Recruitment) vor. Dieser ist typisch für eine Innenohrschwerhörigkeit.

Liegt die Schwerhörigkeit retrocochleär, ist also beispielsweise der Hörnerv von einer Schädigung betroffen, werden alle Töne gleichmäßig leiser gehört. Es findet hier dann kein Lautheitsausgleich statt.

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