« Zurück

Was ist die phonologische Bewusstheit?

Wenn ein Kind z.B. das Wort „Oma“ hört, denkt es meist an die Großmutter oder eine ältere Frau. Bei normal ausgeprägter phonologischer Bewusstheit kann ein Schulkind angeben, dass der Anlaut ein „O“ ist und dieses „O“ einen Buchstaben darstellt.

Die phonologische Bewusstheit ist notwendig, um Lesen und Schreiben zu erlernen. Laut Pisa-Studie aus dem Jahr 2000 ist sie eine grundlegende Voraussetzung für die erfolgreiche Bewältigung schulischer und außerschulischer Anforderungen! Legastheniker haben zu 95 Prozent Probleme in der phonologischen Sprachverarbeitung. Es konnte außerdem nachgewiesen werden, dass etwa 2/3 der Kinder mit Lese-Rechtschreib-Störung schon im Vorschulalter Probleme mit der phonologischen Bewusstheit hatten.

Bei Auffälligkeiten kann eine frühzeitige Diagnose helfen, zukünftige Probleme zu vermeiden.

Wie wird die phonologische Bewusstheit untersucht?

Es gibt normierte Tests zur Erfassung der phonologischen Bewusstheit. Je nach Alter des Kindes werden verschiedene sprachanalytische und artikulatorische Fähigkeiten überprüft, z.B.:

  • auditives Arbeitsgedächtnis
  • expressive Anlautanalyse
  • Silben segmentieren
  • Erkennen von Reimwörtern
  • Artikulomotorik (motorischer Anteil der Sprachverarbeitung)
  • phonematische Differenzierung
  • Wortfamilienerkennung
  • auditive Aufmerksamkeit

Aus dem Testergebnis lässt sich der Entwicklungsstand des Kindes ableiten, um danach mögliche Therapieschwerpunkte festzulegen. Je nach Alter des Kindes werden spezielle Trainingsprogramme mit kurzen Übungseinheiten für jeden Tag ausgewählt, die die phonologische Bewusstheit fördern.


Artikel weiterempfehlen »

« Zurück

©2021 Praxeninformationsseiten | Impressum