Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis)

Die Nasennebenhöhlen sind luftgefüllte Hohlräume, die im Schädelknochen liegen. Sie sind mit Schleimhaut ausgekleidet. Die Zellen der Schleimhäute bilden ständig einen feinen Sekretfilm. In ihm verfangen sich beispielsweise eingeatmete Staubkörnchen, Schmutzteilchen oder auch Krankheitserreger. Auf der Oberfläche der Schleimhautzellen sitzen winzige bewegliche Flimmerhärchen. Sie sorgen dafür, dass der Sekretfilm kontinuierlich in Richtung Nasenhöhle und von dort weiter zum Rachen transportiert wird. So werden Schmutzpartikel aus der Nase und den Nebenhöhlen entfernt und mit dem dünnen Sekret unbemerkt heruntergeschluckt.

Die Nasennebenhöhlen bilden sich erst nach der Geburt im Laufe der Kindheit aus. Beim Erwachsenen findet man folgende Nebenhöhlen:

  • rechte und linke Stirnhöhle: liegen im Stirnbein rechts und links der Nasenwurzel oberhalb der Augenbrauen
     
  • rechte und linke Kieferhöhle: liegen im Oberkieferknochen beidseits der Nase und grenzen an Gaumen und Oberkiefer
     
  • Siebbein-Labyrinth: besteht aus vielen kleinen Hohlräumen (Siebbeinzellen), die im Siebbein zwischen der Nase und dem inneren Augenwinkel liegen.
     
  • rechte und linke Keilbeinhöhle: liegen hinter den Siebbeinzellen im Keilbein

Entzündet sich die Schleimhaut der Nasennebenhöhlen, spricht man von einer Nasennebenhöhlenentzündung. Diese breitet sich leicht über die engen Verbindungen zwischen Nase und Nebenhöhlen in den benachbarten Hohlräumen aus.

Der häufigste Auslöser einer akuten Nasennebenhöhlenentzündung ist ein viraler Infekt (Erkältung). Wird sie durch Bakterien ausgelöst, sind häufig Pneumokokken, Staphylokokken oder Streptokokken die Verursacher der Entzündung. Pilze können ebenfalls die Ursache sein.

Akute Nasennebenhöhlenentzündungen zeigen folgende Symptome:

  • Kopfschmerzen, besonders im Stirnbereich, zwischen den Augen und über der Nase
  • bei Ausstrahlung in die Kieferhöhle Schmerzen in Wangenknochen und Oberkiefer
  • Druckgefühl, verstärkt sich beim Bücken
  • "verstopfte" Nase
  • verschlechterter Geruchsinn
  • eventuell Fieber

Eine Entzündung beginnt meistens in der Nase. Die Schleimhäute produzieren dann viel mehr Sekret als normal. Dadurch schwellen sie an und verstopfen die Nasengänge. Dadurch ist oftmals die Belüftung der Nebenhöhlen eingeschränkt oder das Sekret fließt nur schlecht oder gar nicht in Richtung Nase ab. Es staut sich an und bildet den Nährboden für Krankheitserreger.

Komplikationen sind sehr selten. Treten sie auf, können die Augenhöhle, die Hirnhäute oder das Gehirn betroffen sein. Besonders bei Kleinkindern treten häufiger Mittelohrentzündungen in Kombination mit Nasennebenhöhlenentzündungen auf, da eine Verbindung von der Nasenhöhle zum Mittelohr besteht.

Von einer chronischen Nasennebenhöhlenentzündung spricht man, wenn die Erkrankung länger andauert oder wenn sie mehr als viermal im Jahr ohne längere symptomlose Phasen auftritt. Ursachen für das häufige Auftreten können zum Beispiel Nasenscheidenverkrümmungen oder gutartige Schleimhautwucherungen, sogenannte Nasenpolypen sein.

Symptome der chronischen Nasennebenhöhlenentzündung:

  • geringere Leistungsfähigkeit (subjektives Empfinden)
  • dumpfes Druckgefühl über den betroffenen Nebenhöhlen
  • häufige Kopfschmerzen
  • häufige Infekte
  • schlechte Nasenatmung
  • gestörte Geruchswahrnehmung
  • manchmal ständiger Schleimfluss im Rachen
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