Falsch. Unsere Ohren können deutlich mehr, als Geräusche wahrzunehmen. Neben dem Hören übernehmen sie eine zweite wichtige Aufgabe: Sie helfen uns dabei, das Gleichgewicht zu halten und uns sicher im Raum zu orientieren.

Hören und Gleichgewicht – zwei Aufgaben im Innenohr
Im Innenohr befindet sich nicht nur die Hörschnecke, die sogenannte Cochlea. Direkt daneben liegt auch das Gleichgewichtsorgan. Es registriert Bewegungen des Kopfes, Drehungen sowie Veränderungen der Kopfposition und gibt diese Informationen an das Gehirn weiter.
Dabei arbeitet das Ohr nicht allein. Unser Gehirn führt unterschiedliche Informationen zusammen – unter anderem aus:
- dem Gleichgewichtsorgan im Innenohr,
- den Augen,
- sowie weiteren Sinneseindrücken aus Muskeln und Gelenken.
Aus diesem Zusammenspiel entsteht ein möglichst genaues Bild davon, wie unser Körper gerade im Raum ausgerichtet ist und wie er sich bewegt.

Ein ausgeklügeltes System, das wir kaum bemerken
Ob wir den Kopf drehen, aufstehen, gehen oder uns umsehen: Das Gleichgewichtssystem ist ständig aktiv. Meist geschieht das vollkommen unbemerkt. Es unterstützt den Körper dabei, Bewegungen auszugleichen und die Orientierung zu behalten.
Das macht deutlich: Das Ohr ist nicht nur unser Hörorgan, sondern zugleich ein wichtiger Bestandteil unseres Gleichgewichtssystems.
Der Satz „Die Ohren sind nur zum Hören da“ gehört also eindeutig ins Reich der Mythen. Und zeigt zugleich, wie vielseitig dieses kleine Sinnesorgan tatsächlich ist.
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