Schnarchen ist nicht immer harmlos …

Jeder Mensch schnarcht gelegentlich. Mit zunehmendem Alter steigt die Wahrscheinlichkeit, weil die Muskulatur im Rachenraum schwächer wird. Dadurch kommt es zu einer Verengung der oberen Atemwege. Die eingeatmete Luft strömt schneller und setzt die Weichteile des Gaumens in Schwingung, was die typischen Schnarchgeräusche erzeugt. Das ist zunächst einmal harmlos und eher für die Mitmenschen ein Problem. Kritisch wird es, wenn Atemaussetzer hinzukommen. Dann sind gesundheitliche Beeinträchtigungen für den Schnarchenden nicht auszuschließen. Um festzustellen, ob die Regulation der Atmung gestört ist und möglicherweise eine Schlafapnoe vorliegt, kann eine Schnarchdiagnose durchgeführt werden.

Ambulante Schnarchdiagnostik im Schlaflabor oder zu Hause

Im ärztlichen Gespräch ergeben sich schon Hinweise zu den Ursachen des Schnarchens. Eine gründliche HNO-Untersuchung mit mikroskopischen und endoskopischen Verfahren dient dazu, die individuelle Anatomie der oberen Atemwege zu erfassen. Um zu klären, wo genau das Schnarchen im oberen Atemwegstrakt entsteht, können wir eine ambulante Schnarchlokalisations-Diagnostik durchführen. In unserer HNO-Praxis steht ein Apneagraph zur Verfügung – eine eigens entwickelte Apparatur, mit der sich Atemaussetzer, Engstellen und erhöhte Atemarbeit über Nacht im Schlaflabor oder zu Hause ermitteln lassen.

Für die Apneagraphie wird eine flexible dünne Sonde durch die Nase bis in die Speiseröhre eingeführt und über Nacht getragen. Drucksensoren und Temperaturfühler im Inneren messen den Atemfluss und die Druckverhältnisse im oberen Atemwegstrakt. Gleichzeitig werden weitere wichtige Parameter wie Herzfrequenz, Sauerstoffgehalt des Blutes, Schnarchgeräusche und der Wechsel der Körperlage im Schlaf aufgezeichnet. Mithilfe der Auswertungssoftware können wir lokalisieren, an welcher Stelle genau das Schnarchen entsteht, ob z.B. ein Engpass im Bereich von Nase, Gaumensegel, Zungengrund oder Kehldeckel vorliegt und eine Schlafapnoe verursacht.

Schnarchen beheben mit Laser- und Radiofrequenztechnik

Mit minimal-invasiven Methoden können wir das Schnarchen heute sehr erfolgreich behandeln, wenn z.B. eine Verengung der oberen Atemwege oder ein vergrößertes oder erschlafftes Gaumensegel die Ursache ist. Laser- oder Radiofrequenz-Techniken ermöglichen nahezu schmerzfreie ambulante Eingriffe:

Mit der Radiofrequenz-Methode werden die betroffenen Bereiche im Nasen- und Rachenraum mithilfe einer Sonde verkleinert – in weniger als fünf Minuten. Dafür kommen hochdosierte Radiowellen zum Einsatz, die in die betroffenen Bereiche im Nasen- und Rachenraum eingebracht werden. Erschlafftes Gewebe, das die Atemwege verengt und als Auslöser des Schnarchens lokalisiert wurde, kann auf diese Weise gezielt abgetragen und gestrafft werden. Die hochfrequenten Radiowellen erzeugen künstliche Vernarbungen in der Schleimhaut und schonen gleichzeitig gesundes benachbartes Gewebe.

Schon nach zwei bis drei Tagen ist die Nasenatmung erleichtert. Bei Bedarf kann die Behandlung wiederholt werden. Die Behandlung ist nahezu schmerzfrei und erfolgt ambulant in örtlicher Betäubung. Sie wird in der Regel bei geringeren Schnarchbeschwerden empfohlen und bei Bedarf mehrmals wiederholt. Blutungen und Entzündungen können bei diesem Verfahren nahezu ausgeschlossen werden. Wenn das Gewebe verheilt ist, verschwinden oder vermindern sich die Schnarchgeräusche meistens nach etwa zwei bis sechs Wochen.