Nasenpolypen: Gefahr für Atmung und Gehör

Polypen der Nase sind gutartige Gewebewucherungen der Nasenschleimhaut, die fast immer beidseitig auftreten. Sie entstehen in den Nasennebenhöhlen, besonders in den Siebbeinhöhlen und in der Keilbeinhöhle. Von dort aus wachsen sie in die Nasenhaupthöhle hinein.

Nasenpolypen bestehen aus weichem, mit Flüssigkeit gefülltem Bindegewebe. Zumeist wachsen sie tropfenförmig an einem Stil aus der Schleimhaut heraus. Manchmal sitzen sie flächig auf. Die Größe der Polypen kann sehr unterschiedlich sein. Bei Nasenpolypen von mehreren Zentimetern besteht die Gefahr, dass die Nasenhöhle komplett verstopft. Reinigung, Befeuchtung und Erwärmung der Atemluft durch die Nase sind dann nicht mehr gewährleistet.

Nasenpolypen entstehen oftmals als Folge einer chronischen Entzündung der Nasenschleimhaut oder der Nasennebenhöhlen. Ursachen für die Entstehung von Nasenpolypen:

  • häufig bei Allergikern und Asthmatikern
  • Stoffwechselkrankheit Mukoviszidose
  • häufig bei Schmerzmittelunverträglichkeit
  • verkrümmte Nasenscheidewand und/oder zu enge Nebenhöhlenöffnungen (Sekret kann nicht richtig abfließen)
  • Anfälligkeit der Schleimhaut durch vererbte Anlagen (z.B. Ziliendyskinesie: gestörte Funktion der Flimmerhärchen in der Nase führt zu vermehrten Schleimhautentzündungen und als Folge zu Polypen)

Als mögliche Risikofaktoren für das Entstehen von Nasenpolypen werden ein geschwächtes Immunsystem, dauerhafte Belastung durch Chemikalien oder trockene Luft am Arbeitsplatz genannt.

Verlauf

Im Anfangsstadium verursachen die Polypen in der Nase zumeist keine Probleme. Wachsen die Polypen, ist die Nasenatmung behindert, und der Betroffene atmet bevorzugt durch den Mund. Das hat zur Folge, dass Krankheitserreger sehr leicht und ungehindert in die Atemwege eindringen können. Dies wiederum führt zu Reizungen und Entzündungen im Rachenbereich, im Kehlkopf und in den Bronchien begleitet von Husten, Heiserkeit und/oder Halsschmerzen. Entzündungen in den Nasennebenhöhlen gehen zudem in der Regel mit starken Kopfschmerzen, eitrigem Fließschnupfen (Rhinorrhö) und Räusperzwang durch ständigen Abfluss des Nasensekrets in den Rachen einher.

"Teufelskreis"

Nasenpolypen siedeln sich gerne rund um die Ausgänge der Nasennebenhöhlen an. Sie verschließen die kleinen Öffnungen und verursachen einen Nasensekretstau. Dies führt zu ständig wiederkehrenden Nasennebenhöhlenentzündungen (chronische Sinusitis). In der Folge begünstigen die Entzündungen dann wieder das Wachstum der Polypen.

Achtung: Greifen die Infektionen auf umliegendes Gewebe über, kann es zu gefährlichen Entzündungen der Augenhöhle, der Hirnhaut oder des Gehirns kommen. Akute und chronische Nasennebenhöhlenentzündungen sollten deshalb grundsätzlich von einem HNO-Arzt behandelt werden.

Diagnose und Therapie

Mittels einer Spreizzange oder eines Nasenendoskops stellt der HNO-Facharzt die Menge, Größe und Lage der Nasenpolypen fest. Große Polypen sind als glasig glänzende Gebilde gut zu erkennen. Sie ragen meist in die Nasenmuschel hinein. Kleinere Polypen werden durch eine Rhinoskopie nachgewiesen. Bildgebende Verfahren wie Röntgen oder eine Computertomographie unterstützen die Diagnose. Damit können auch Veränderungen in der Nase wie beispielsweise Meningozelen, einseitige harte Auswulstungen am Dach der Nasenhaupthöhle, Gewebewachstum in der Nasenmuschel oder gut- und bösartige Geschwulste ausgeschlossen werden.

Die Therapie der Nasenpolypen ist abhängig von ihrer Größe und Ausbreitung. Kleinere Polypen können meist erfolgreich medikamentös mit Glukokortikoiden (z. B. kortisonhaltiges Nasenspray) über einen Zeitraum von 6-12 Monaten behandelt werden. Um eine Infektion der Nasennebenhöhlen und der Nasenschleimhaut zu vermeiden muss im Vorwege eine Antibiotikabehandlung durchgeführt werden.

Sind die Nasenpolypen schon sehr groß oder sprechen sie nicht auf die medikamentöse Behandlung an, wird eine Polypektomie, eine operative Entfernung der Polypen durchgeführt. Um Rezidive, das heißt die Neuentstehung von Polypen zu verhindern, sind nach der Operation eine sorgfältige Nachbehandlung und regelmäßige Nasenpflege besonders wichtig. Dazu gehört die Gabe eines kortisonhaltigen Nasensprays über einen längeren Zeitraum sowie das Inhalieren oder eine Nasendusche.

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